Home
Druckversion dieser Seite

Hintergrundwissen Papier

Inhaltsstoffe des Papiers

Papier besteht hauptsächlich aus einem Holz-Fasergebilde, welches durch das Verfilzen der Holzfasern seine Papierfestigkeit erlangt.
Farbiges Papier enthält lösliche Farbstoffe, die dem Papierbrei zugegeben werden; selbst weißes Papier enthält einen leichten Blauton. Extrem weißem Papier werden optische Aufheller zugefügt.
Füllstoffe machen das Papier undurchsichtiger (opaker), weißer und schwerer. Zudem füllen sie die Hohlräume aus, wodurch die Oberfläche glatter wird. Diese Eigenschaft ist vor allem für Papier wichtig, das eine gleichmäßige Saugfähigkeit besitzen soll. Ist zuviel Füllstoff enthalten, ist das Papier reißanfälliger. Leim (z.B. gewonnen aus Harzen oder Wachsen) setzt die Saugfähigkeit des Papiers herab.

Arbeitsschritte bei der Papierherstellung

1.    Zuschneiden und Entrinden des Holzes
2.    Zerfaserung: Gewinnung des Halbstoffes
Die Fasergewinnung geschieht über mechanische (> Gewinnung Holzstoff) oder chemische (> Gewinnung Zellstoff) Verfahren.
Beide Faserarten haben verschiedenartige Eigenschaften und wirken sich daher auch unterschiedlich auf die Eigenschaften des Papiers aus.
3.    Mischen der Einzelbestandteile
Man gewinnt durch die Verarbeitung der Fasern, zusammen mit Zusatzstoffen wie Farbe, Füllstoff und Leim, den so genannten Ganzstoff.
4.    Blattbildung auf der Papiermaschine
Vereinfacht dargestellt durchläuft der Ganzstoff folgende Arbeitsschritte: Verteilung des Stoffs, Pressung, Trocknung, Glättung und Aufrollung.
5.    Veredelung und Ausrüstung
Bei der Veredelung wird die Papieroberfläche verbessert, z.B. durch Glätten oder Aufbringen eines Striches (Bindemittelauftrag). Zum Ausrüsten gehört das Zuschneiden des Papiers zu schmäleren Rollen / Bögen, sowie das Zählen und Verpacken.

Herstellung von Zellstoff

Zellstoffe werden hauptsächlich aus Nadelhölzern gewonnen, teilweise aber auch aus Laubhölzern, wie  Buche, Pappel und Eukalyptus.
Bei dem chemischen Verfahren werden durch Kochen alle Bestandteile (Inkrusten) aus dem Holz herausgelöst. Übrig bleibt ein Faserbrei, der nach dem Bleichen als Zellstoff bezeichnet wird.
Eigenschaften des Papiers: Gut weiß, lichtbeständig, durchscheinender und teuerer als holzartige Papiere.
Grund: Die Zellstofffasern sind länger und verfilzen besser miteinander als Holzschliff.
Verwendung: Holzfreies Papier wird für langlebige Produkte verwendet z.B. Plakate, da es nicht vergilbt. Es ist weißer und eignet sich daher gut für Farbdrucke.

Herstellung von Holzstoff

Holzstoffe werden  ausschließlich aus Fichtenholz gewonnen.
Eigenschaften des Papiers: Papier, das Holzstoff enthält, besitzt eine leicht gelbliche Färbung, vergilbt am Licht und ist relativ undurchsichtig.
Man unterscheidet Papiere je nach Holzstoffgehalt: Es gibt leicht holzartige (l’hh), mittelfeine (m’f) oder holzartige Papiere (h’h).
Verwendung: Papier, das sehr dünn und doppelseitig bedruckt werden soll; zusätzlich gibt Holzstoff eine gute Bedruckbarkeit und verringert die Wolkigkeit, gemeint ist ein unruhiges Druckbild.

Synthetische Papiere

Faserarten: Es werden künstlich erzeugte Fasern eingesetzt.
Herstellungsverfahren: Die Herstellung dieses Spezialpapiers erfordert eine besondere Technik und wird nicht in den üblichen Papierfabriken angewandt.
Eigenschaften des Papiers: Es ist hochfest, muss oft gefalzt werden und ist teilweise wasserfest.
Verwendung: z.B. Kfz-Scheine

Veredelungstechniken

Tiefdruck und Buchdruck verlangen für den Rasterdruck sehr glattes Papier mit einer geschlossenen Oberfläche. Zur Verbesserung dieser Eigenschaften gibt es verschiedene Verfahren:

Glätten im Kalander

In diesem Walzenwerk sind abwechselnd Stahl- und Papierwalzen angeordnet. Mit sehr hohem Druck durchläuft die Papierbahn die Walzen. Durch Reibung und Wärme wird das Papier geglättet und verdichtet.
Ergebnis: Ein leichter Glanz auf dem Papier. Für besondere Zwecke gibt es auch Matt -und Prägekalander, welche die Papieroberfläche leicht strukturieren.

Aufbringen eines Strichs

Verwendung: Für Papier mit hoher Papierweiße und farbgetreuer Bildwiedergabe, bessere Bedruckbarkeit.
Eine Streichmasse aus Mineralpigmenten und Bindemittel wird auf das Streichrohpapier aufgetragen und getrocknet. Unebenheiten der Papieroberfläche werden so ausgefüllt, das Papier wird eben und glatter.