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PostScript und EPS – Universell und Praktisch

PostScript – Wegbereiter des Digital Publishing

Was ist PostScript?

Das PostScript-Format ist die Basistechnologie zum Ansteuern von Ausgabegeräten wie Druckern, Belichtern oder Plottern der Medienbranche. Das System wurde 1985 von Adobe entwickelt und machte das Desktop-Publishing möglich, da es qualitativ Gleichwertig mit dem zuvor genutzten Fotosatz ist. Entscheidender Faktor des Erfolges von PostScript war das Motto „WYSIWYG - what you see is what you get“.

Warum ist es so wichtig?

Als echtes Meta-Format ist PostScript absolut plattform- und auflösungsunabhängig und stellt Text, Bild und Grafik in gleichermaßen hoher Qualität dar.

Wie funktioniert es?

Im Grunde ist PostScript eher bei den Programmiersprachen einzuordnen, da jede PS-Datei wie ein kleines Programm ist, das mithilfe von mathematischen Funktionen, den
Bézier-Kurven, Formen beschreibt. Ein PostScript-Programm wird sequenziell, d.h. von Anfang bis Ende, abgearbeitet und interpretiert.

Wie wird es ausgegeben?

Hierbei wird zunächst die Druckseite in ein Koordinatensystem unterteilt, dessen Einheiten der Auflösung des Ausgabegeräts entsprechen und anschließend mit den im Dokument erhaltenen Formen gefüllt. Dadurch wird die bestmögliche Auflösung für jedes Ausgabegerät gesichert.

Was sind PPD-Dateien?

Gerätespezifische Informationen sind in sog. PPD-Dateien (PostScript Printer Description) enthalten, die Angaben über verfügbare Auflösungen, Medienformate, darstellbare Schriften und Druckfarben enthalten.

Was ist der PS-Interpreter?

Die Steuereinheit, die sich um die Ausgabe eines PS-Codes kümmert, ist der PostScript-Interpreter. Dieser ist für die Umsetzung der PostScript-Befehle in eine darstellbare Form zuständig. Er ist im RIP (Raster Image Prozessor) eines jeden PostScript-fähigen Druckers zu finden und übersetzt den PS-Code in Maschinensteuerbefehle, die der Drucker umsetzen kann.

Wie wird ein PostScript erstellt?

Vom Anwender kann ein PostScript durch seine Befehlsstruktur theoretisch manuell erstellt werden, was jedoch unglaublich aufwendig ist. In der Regel wird ein PostScript durch entsprechende Anwenderprogramme, z.B. Illustrator, oder durch einen Druckertreiber nach dem Druckbefehl erstellt. Bei letzterem werden auch gerätespezifische Befehle aus PPD-Dateien berücksichtigt.

Was bedeutet DSC?

Um ein Chaos bei der Ausgabe von PostScript-Daten zu vermeiden, hat Adobe entsprechende Document Structuring Conventions (DSC) erlassen, in denen der Aufbau und die Ausgabe einer PostScript-Datei festgelegt ist und dem Interpreter Informationen über Größe des Dokuments, eingebettete Schriften und anderes gibt.

Was sind PostScript-Kommentare?

In so genannten PostScript-Kommentaren, die mit %%-Zeichen gekennzeichnet sind, wird festgelegt, ob und welche Elemente im Dokument bei der Ausgabe gerastert werden oder ob es Elemente gibt, die nur Systemfunktionen oder displayspezifisch sind, also nur bedingt oder gar nicht dargestellt werden.

Im Laufe der Jahre sind drei Sprach-Level für PostScript entstanden:


PS-Level1:
Unterstützung von RGB und Graustufen, nach einer Aktualisierung auch CMYK. Kein Colormanagement, keine Datenkompression.
PS-Level2:
Erweiterte Lv.1 um Farbseparation, Sonderfarben, LAB-Farbe, Ansätze von Colormanagement, Kompression mit LZW-, CCITT- und JPG-Verfahren und Display-PostScript (originalgetreue Wiedergabe von Dokumenten auf dem Bildschirm).
PS-Level3:
Geräteunabhängige Farbbeschreibung: Duplexbilder, eingefärbte TIFFs, Sonderfarben, Verläufe zwischen Prozess- und Sonderfarben, 6-Farben-Druck wurden darstellbar. Verwendung von Bitmapmasken statt Vektorpfaden möglich.

 

Encapsulated PostScript – Des Logos liebste Hülle

 

Was ist ein EPS?

Das EPS-Format, "Encapsulated-Post-Script-Format", wurde 1982 von Adobe Präsentiert und ist im Prinzip eine bezüglich der Kommentare ausgebaute Art der PostScript-Sprache. Im Ausgabevorgang wird ein EPS als in sich geschlossener PostScript-Code in den PS-Code des Dokumentes eingefügt.

Was kann ein EPS?

Wie PostScript ist EPS ein ideales Datenausauschformat, da es weitgehend Plattform- und Programmunabhängig ist. Beispielsweise kann eine EPS-Datei sowohl in einem professionellen Satz-Programm als auch in einem Textverarbeitungsprogramm wie MS Word platziert werden. Da ein EPS keine sogenannten Alpha-Kanäle unterstützt, können EPS-Dateien auch nicht Transparent sein.

Worauf muss man achten?

Wie auch beim PostScript gibt es bei EPS die Document Structuring Conventions (DSC), diese müssen jedoch zwingend eingehalten werden, damit das EPS funktionsfähig ist.
In einer EPS-Datei können externe Inhalte, wie Schriften oder Grafiken, enthalten sein. Dies sollte jedoch vermieden werden, da die originalgetreue Wiedergabe des EPS auf anderen Plattformen dadurch gefährdet wird.

Was sind die größten Unterschiede zum PostScript?

Ein EPS umfasst immer nur eine Seite (eine PS-Datei kann beliebig viele Seiten enthalten) und erhält präzise Angaben über seine Ausgabegröße, die sog. Bounding Box. Ein EPS darf keine PPD-Anweisungen enthalten, dies ist PostScript vorbehalten.
EPS-Dateien enthalten meist ein Preview, was die Vorschauansicht auf dem Bildschirm und die (wenn auch niedrigaufgelöste) Ausgabe auf einem nicht PostScript-fähigen Drucker ermöglicht. Dieses Preview kann sowohl im TIFF-Format (PC), als auch im PICT-Format (Mac) und ebenso in Farbe oder nur in s/w gespeichert sein. Wenn beim Abspeichern ganz auf eine Vorschau verzichtet wurde, wird stattdessen ein graues Platzhalterrechteck angezeigt, was sich jedoch nicht auf die Ausgabe am Drucker auswirkt.